Gute und funktionsorientierte Kleidung beim Höhenbergsteigen ist immer eine Frage von Kompromissen. Mountain Euqipment war so freundlich mir die Mountain Equipment K7 Jacke für Testzwecke zur Verfügung zu stellen. In diesem Beitrag möchte ich euch meine persönlichen Erfahrungen mit der Jacke anhand meiner Expedition zum Elbrus aufzeigen – mit 5.642m ist er nicht nur der höchste Berg Europas, sondern auch ein besonders kalter und stürmischer Gipfel. Beim Aufstieg erwarteten mich Temperaturen um die minus 30 Grad und mitunter extreme Wetterbedingungen. Perfekte Voraussetzungen für einen Test.

Eine Alleskönner-Jacke für hochalpine Touren

Wenn ich zu einer Expedition auf über 5.000m aufbreche gehört für mich eine warme Jacke zur Grundausrüstung. Ein verlässlicher Kälteschutz ist bei tagelangen Wind- und Wettereinwirkungen essentiell – vor allem aber soll die Jacke leicht und kompakt sein. Die Mountain Equipment K7 zeigte sich hier als flexibler Alleskönner, die mir lediglich beim Abstieg und unter Einwirkung von starker Sonnenstrahlung zu warm wurde. Die K7 verbindet durch das stark wasserabweisende Obermaterial und das winddichte DRILITE® Loft II Außenmaterial gleich zwei wichtige Komponenten miteinander und ist dazu noch extrem leicht. Aber kommen wir zu den Details.

Geringes Packmaß, simples Handling und extrem leicht

Früh am morgen auf knapp 4.000m. Es ist noch dunkel und gute minus 25 Grad. In den hektischen Minuten des Einkleiden vor dem Aufstieg zum Gipfel benötige ich vor allem einfache Prozesse und unkompliziertes Material. Die K7 sitzt sehr bequem, lässt sich problemlos über mehrere Lagen Funktionswäsche tragen und durch ihr einfaches verstellen der Reiß- und Klettverschlüsse mühelos anziehen und justieren. Häufig nutze ich Schalenprinzip – also mehrere Schichten und außen eine Hardshelljacke. Dieses Prinzip führt aber häufig schnell zu einem überfüllten Rucksack, was wir ja möglichst vermeiden wollen. Mit gerade mal 330 Gramm (Größe L) ist die Mountain Equipment K7 sehr leicht. Die im ausgebreiteten Zustand sehr füllige Jacke konnte ich problemlos ins kleinste Staufach meines Rucksacks stopfen. Am Gipfel war das Wetter mitunter sehr wechselhaft – wenn die Sonne besonders stark auf den Schnee scheint, kann es mitunter sehr heiß werden. Oft ist das An und Ausziehen von Jacken dann sehr lästig, und bevor man sich diesen Stress hingibt, schwitzt man lieber. Die K7 konnte ich innerhalb weniger Sekunden ausziehen udn im Rucksack verstauen. Das lag vor allem am einfachen Handling der Reißverschlüsse – besser gesagt dem Hauptverschluss. Selbst mit meinem größten paar Fausthandschuhen war das Öffnen aufgrund der griffigen Reisverschluss-Bändchen kein Problem. Die Jacke öffnet sich dadurch beinahe geschmeidig und hing kein einziges mal fest oder verkeilte sich an einer Naht.

Schneesturm auf 5.000m: Gut, wenn die Jacke einfach und unkompliziert zu bedienen ist.

Als wir bereits nach 30 Minuten Gehzeit in einen Schneesturm kommen, lassen sich Kapuze und Armbündchen schnell durch Gummibündchen einstellen, ohne die Handschuhe dafür extra auszuziehen.

Maximale Wärme bei hoher Bewegungsfreiheit

Eiskalter Wind und hohe Windgeschwindigkeiten setzen die Jacke in Extremsituationen.

Am ausgesetzten Sattel des Elbrus kam der Wärmeschutz voll zum Einsatz. Auch bei minutenlangen Pausen im zweistelligen Minusgratbereich, wurde mir nicht kalt. Gefüttert ist die Jacke mit ungarischer Gänsedaune (Fillpower etwa 750 cuin) die hervorragend isoliert. Durch die Boxkammer-Konstruktion bleibt die Daune immer in Position und gleichmäßig am Körper verteilt. Die große Helmtaugliche Full Dome Kapuze mit EXL® System konnte ich dank elastischen Nähten problemlos bis zur Augenpartie verschließen – Durch die Nähte passt sich die Kapuze der Kopfform an und schließt optimal ab und verhindert so hereinströmenden Wind. Zudem wird durch den langen und eher unüblichen Schnitt der Jacke, der Körper bis unterhalb der Taille gewärmt und geschützt.

Viel Stauraum in den Taschen

Dank der großen und leicht beweglichen Reißverschlüsse war es auch möglich die Jacke mit dünnen Handschuhen zu öffnen oder zu schließen. Das betrifft vor allem die zwei großen Außentaschen. Wenn ich unterwegs bin trage ich häufig eine Kamera bei mir, Karabiner, Energieriegel, Handschuhe und was sonst noch so anfällt. All das findet problemlos in de großen Außentaschen Platz – So konnte ich sogar meine dicken Fausthandschuhe darin verstauen. Zudem bietet eine große Mesh-Innentasche Platz für eine Flasche. Ein weiteres Sicherheitsfach hat genügend Stauraum für kleinere Utensilien.

Vollgestopft bis oben hin: Die Seiten und Brusttasche bieten genug Stauraum für alles was wichtig ist.

Fazit: Optimale Jacke für Höhenbergsteigen

Alles in Allem bin ich mit der Jacke sehr zufrieden. Die größten Vorteile zeigen sich hier vor allem im extrem geringen Gewicht und Stauraum beim Transport. Zudem kann die Jacke mit viel Stauraum punkten, der so ziemlich alles aufnehmen kann, was man so auf dem Weg zum Gipfel benötigt. Die Jacke ist sehr wärme- und wind-isolierend und sollte nur unter extremen Wetterbedingungen und Minusgraten zum Einsatz kommen – ansonsten ist sie schlichtweg zu warm. Ich würde die Jacke jederzeit wieder empfehlen, für alle die Touren über 5.000hm gehen.

Details

  • DRILITE® FP 30D Außenmaterial; winddicht und stark wasserabweisend
  • 300 g (Gr. L) Gänsedaune mit mindestens 750 cuin
  • Box-Kammern-System für maximale Isolation / Optimierte Daunenverteilung und ideale Füllmengen je Kammer
  • Elastisches EXL System im Rücken der Jacke
  • Full Dome Kapuze mit EXL® System
  • 2-Wege Front-RV von YKK® mit isolierter, innerer Abdeckung
  • 2 Außentaschen mit RV, Brusttasche, Mesh-Innentasche und große RV-Innentasche
  • DRILITE® FP 30D am inneren Saum und in der Kapuze
  • Zweiteiliger Saumzug
  • Klettverschluss an den Ärmelbündchen

Mehr Infos unter: www.mountain-equipment.co.uk/k7-jacket

 

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David ist Gründer und Hauptautor von yourdailymilk.