Mehrtägige Berg-Touren sind das Langzeiterlebnis schlechthin und werden immer beliebter. Sie sind wie TV-Serien, die uns intensiver und länger ins Geschehen eintauchen lassen und uns die Möglichkeit geben, wirklich mal abzuschalten. Mathias von alpinFITNESS hat sich genau das zu Herzen genommen und ist einmal quer durch die Glarner Alpen in der Schweiz gewandert und geklettert.

Tag 1: Vom Fisetenpass zur Claridenhütte am 17.07.2016

Lange hatte ich keine richtige Bergtour mehr gemacht. Mein Freund Benni (Benjamin Bonmassar) arbeitete diesen Sommer auf der Claridenhütte in der Schweiz, auf 2457m in den Glarner Alpen. Eine wunderschöne Gelegenheit mal wieder rauszukommen. Mit der Seilbahn fahre ich hinauf zum Fisetenpass und laufe dann nochmal ca. 2,5 bis 3 Stunden bis zur Claridenhütte.

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Startpunkt unserer Tour am 2.ten Tag: Die Calridenhütte

Meine Wegbegleiter stiegen am selben Tag wieder ab während ich mich mit Benni auf unsere geplante 2-Tages-Tour vorbereitete.


Tag 2: Von der Claridenhütte via Claridengletscher und Clariden 3268m zur Planurahütte am 18.07.2016

Am zweiten Tag klingelte der Wecker schon um 04:45Uhr, dadurch konnten wir beim Frühstück den Sonnenaufgang genießen und im Anschluss gleich bei nicht allzu weichem Schnee die Überquerung des gewaltigen Claridenfirn angehen. Mit ständigem Blick auf den mächtigen Tödi, der am nächsten Tag auf unserem Plan stand, erreichten wir bei bestem Wetter den Clariden-Gipfel. Von dort war es dann eine beeindruckende Gletscherwanderung bis zur Planurahütte.


Tag 3: Von der Planurahütte in die Tödi Westwand, nach Problemen bei der Wegfindung zurück zum Sandfirn und dann via Obersand zurück zur Claridenhütte 19.07.2016

Am dritten Tag klingelte der Wecker schon um 04.00Uhr, wir sollten schon vor Mittag via Tödi Westwand auf dem Tödi stehen um dann so früh wie möglich über den mächtigen Tödi-Gletscher zur Fridolins-Hütte abzusteigen. Es kam alles etwas anders, der Weg war nicht so leicht zu finden, hatte doch von der Ferne das Ganze etwas übersichtlicher ausgesehen. Trotz allem wurde es eine wunderschöne Tour via Ober Sand und Beggilücke zurück zur Claridenhütte.


Tag 4: Von der Claridenhütte zurück zum Fisetenpass und per Bahn hinunter zum Urnerboden 20.07.2016

Am vierten Tag konnten wir nun etwas länger schlafen und ich konnte ein gemeinsames Frühstück mit dem Hüttenpersonal genießen, ein wunderschöner Tag. Im Anschluss machte ich mich alleine auf den Rückweg zum Fisetenpass, der Schnee vom ersten Tag war geschmolzen und ich konnte das tolle Panorama und die wunderbaren Wiesen so richtig genießen.

Fazit: Das Abenteuer in den Glarner Alpen war für mich ein ganz besonderes Erlebnis, die Gastfreundschaft auf den Hütten, die wunderschönen Berge, Hügel, Wiesen, die Massiven Gletscher und vor allem die gemeinsamen Abenteuer mit Freund Benni haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Auf jeden Fall werde ich im Nächsten Sommer wieder dorthin zurückkehren um zusammen mit Benni die Tödi-Überschreitung via Westwand zu machen. Vor allem dann auch wieder einen tollen Film darüber zu machen.

Keinesfalls sollte man die Gefahren auf den Gletschern oder auch in der Westwand unterschätzen. Im Claridenfirn gibt es riesige Gletscherspalten und in der Westwand kamen ständig kleine Felsabbrüche runter als es wärmer wurde. Eine Woche bevor wir den Gletscher überquerten hatte es sehr viele geschneit und es war auch sehr kalt und gefroren, für gewöhnlich sieht es dort im Hochsommer doch etwas anders aus.

Geschrieben von Mathias Nesensohn

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Mathias ist Wanderführer, Moutainbike Guide und Passfoto EU Mai 2016 Personaltrainer aus Leidenschaft! Gerne betreut er seine Gäste auch im Fitnessstudio, in der freien Natur, am Berg, im Büro, zu Hause oder wo auch immer gewünscht wird!

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