Schon Winston Churchill hat hier gemalt und sich beim Afternoon Tea im berühmten Reid’s Palace Hotel erholt. Nicht umsonst lieben Briten die Atlantikinsel, ebenso wie es immer mehr deutsche Wanderenthusiasten tun. yourdailymilk hat sich im Mai 2016 mit Autor Lion auf der Blumeninsel für euch umgeschaut und die schönsten Destinationen rausgepickt.

Madeira ist ideal für Wanderungen abseits vom Mainstream und Massentourismus. Da die Höhenunterschiede oft nur wenige Meter betragen, sind viele Touren auch für Kinder geeignet. Die Wege sind meistens sehr gut ausgebaut und die schönsten verlaufen entlang der Levadas. Das sind künstliche Wasserarme, die ersten wurden bereits vor über fünf Jahrhunderten erbaut, und dienen auf der Insel, die westlich von der Küste Marokkos liegt, vornehmlich der Bewässerung.

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Die Levadas, wie hier rechts die „Levada Nova“ im Tal der Ribeira da Ponta do Sol, sind i.d.R. gut ausgebaut und mit einem Geländer gesichert. Wanderschuhe sind dennoch ein Muss, da es niederschlagsbedingt nass und rutschig sein kann.

Die „Levada Moinho“, und damit auch der Wanderweg, verlaufen hier direkt hinter einem spektakulären Wasserfall. Eine Regenjacke ist oft Pflicht.

Die „Levada Moinho“, und damit auch der Wanderweg, verlaufen hier direkt hinter einem spektakulären Wasserfall.

Wer höher hinaus will, sollte Madeiras höchsten Gipfel, den Pico Ruivo (1862 Meter), besteigen. Dieser ist vom Tour-Ausgangspunkt am Parkplatz Achada do Teixeira (1592 Meter) in etwa 45 Minuten auf einem gut ausgebauten Steinplattenweg einfach erreichbar.

Dementsprechend ist das Gipfelplateau stets gut mit Hobbyalpinisten gefüllt, zumal der Ausblick grandios ist. Wer die Tour etwas anspruchsvoller gestalten will, geht wie wir weiter Richtung Encumeada-Pass und kommt dann auf seine Höhenmeter. Bizarre grau-weiße Bäume ohne Blätter, die von einem Buschbrand in Mitleidenschaft gezogen wurden, säumen den Weg.

Spektakulär zieht der Nebel über die Bergkämme nahe der Berghütte Casa do Abrigo beim Pico Ruivo (1.862 m).

Spektakulär zieht der Nebel über die Bergkämme nahe der Berghütte Casa do Abrigo beim Pico Ruivo (1.862 m).

Auch wenn die Levada-Wege meist gut ausgebaut sind, sollte man die Touren nicht unterschätzen. Einige Levadas sind nicht immer mit Geländern gesichert und es geht tief hinab. Gute Schwierigkeits- und Tourenbeschreibungen liefert der Rother Wanderführer.

Immer wieder werden wir mit herrlichen Ausblicken belohnt, hier bei "Cabo Girao"

Immer wieder werden wir mit herrlichen Ausblicken belohnt, hier bei “Cabo Girao”

Madeira befindet sich nahe der „Wetterküche“ der Azoren und im Mai wird es durchschnittlich nicht wärmer als 20 Grad. Zudem hatte es während unseres Aufenthalts stark gestürmt und viel geregnet. Aufgrund des wechselhaften Wetters sind eine Regenjacke, Wanderschuhe und warme Funktionskleidung eine gute Wahl. Wir empfehlen, vorab jeweils die Anfahrt zu überprüfen und eine Karte mitzunehmen, falls das Navi streikt. Die Ausgangspunkte unserer mehrstündigen Touren lagen oft abgelegen im bergigen Hinterland. So haben auch die wenig alpinen Wege für Bergfexe etwas Abenteuerliches.

Unbedingt eine Taschenlampe mitnehmen (und eine Regenjacke, wie hier im Hintergrund zu sehen)! Die oft hunderte Meter langen Tunnel, hier an der Levada da Central nahe Lamaceiros im Inselnorden, verfügen fast nie über eine Beleuchtung und sind oft schlammig. Notfalls kann man sich auch mit einer Taschenlampen-App behelfen.

Unbedingt eine Taschenlampe mitnehmen (und eine Regenjacke, wie hier im Hintergrund zu sehen)! Die oft hunderte Meter langen Tunnel, hier an der Levada da Central nahe Lamaceiros im Inselnorden, verfügen fast nie über eine Beleuchtung und sind oft schlammig. Notfalls kann man sich auch mit einer Taschenlampen-App behelfen.

Fazit: Hochalpinisten werden auf Madeira hinsichtlich zurückgelegter Höhenmeter meistens nicht auf ihre Kosten kommen. Dennoch sind die Touren, unsere längste dauerte fünf Stunden, teilweise fordernd (zurückgelegte Kilometer, Wasserfälle und Tunnel). Doch auch viele familientaugliche Strecken sind darunter, mit top ausgebauten Wegen entlang der Levadas. Hier werden auch Führungen angeboten. Die abwechslungsreiche, oft urwaldähnliche und blumenreiche Vegetation lädt zum Entdecken ein. Kurzum: Madeira ist für Wanderer absolut empfehlenswert!

Artikel geschrieben von: Lion Pfeufer // Video/Schnitt:Cornelius Klagge, David Lochner

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